Der 24. Post ist dem Zufall gewidmet, der dafür sorgt, dass ich immer das bekomme, was ich gerade brauche: zum Beispiel ein passendes Thema.
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| alle Fotos: moderner Autobahnsouvenirshop |
Das Schönste an der Rückfahrt aus dem Urlaub am Ende des Sommers war immer der Einkauf von französischen Modezeitschriften auf Autobahnraststätten. Dick, schwer und bunt haben mir die Hefte zuverlässig die lange Heimfahrt verkürzt.
Quasi über Nacht sind aus französischen Autobahnraststätten, mit einem ehemals eindrucksvollen Sortiment an Modezeitschriften, kleine Shoppingcenter geworden. Den Kaffee gibt es nicht mehr aus Porzellantassen, sondern nur noch aus dem Automaten im Plastikbecher und Sandwiches kauft man nicht an einer Theke, sondern entnimmt sie folienverpackt der Kühltheke. Kinderbücher und Souvenirs haben das Zeitungssortiment verdrängt. Vielleicht hat sich die Shop-Mitarbeiterin ja für diese Veränderung geschämt, als sie mir hinterher lief um mir das Fotografieren in der Raststätte zu untersagen.
Für jeden Modejunkie ist die September Ausgabe der Magazine das wichtigste Hefte des Jahres. Was ein Jahr zuvor auf den Laufstegen der Fashion Week in Paris, Mailand oder New York zu sehen war, wurde fotografiert und von den Einkäufern der großen Geschäfte geordert, um zuverlässig Anfang September die Modegeschäfte zu füllen, damit wir shoppen können.
Wer den Film "The September Issue" aus dem Jahr 2007 gesehen hat (bei dem es um die Herstellung des Septemberheftes der amerikanischen Vogue geht), der weiß, wieviel Kreativität, aber auch Frust in so einem Heft steckt.
Die deutsche September Ausgabe der Vogue 2013 liegt nun vor mir: sie ist 927 Gramm schwer und zählt 360 Seiten, von denen 180 ganzseitige Anzeigen sind, nicht gezählt sind die viertelseitigen Anzeigenspalten und die Anzeigen in eigener Sache. Der Modeteil ist mit 45 Seiten vertreten, wenn ich richtig gezählt habe, denn manchmal weiß man nicht so genau, geht es um die Modestrecke oder den redaktionellen Teil?
Ich bin gnadenlos enttäuscht von diesem Heft. Die Selbstverliebtheit der Modefotografie führt zu einer ambitionierten, im Grunde aber schlechten Darstellung der Mode, so dass ich mir viel lieber die Werbeseiten der Anzeigen anschaue, weil hier viel klarer zum Ausdruck kommt, um welches modische Stück es sich handelt. Im nächsten Jahr werde ich die 6 Euro also nicht in die September Ausgabe der Vogue investieren, sondern mir den Frust ersparen und mir dafür einen Eisbecher gönnen, um mir die Shopping-Diät zu versüßen.
P.S. Das Shopping Queen Thema der letzten Woche, bei dem es um das Chanel Täschchen ging, war toller als erträumt. Tatsächlich war eine große Originaltasche Chanel 2.55 im Werte von 4000 Euro der Wanderpokal, mit der jede Kandidatin shoppen durfte und für die sie ein passendes Outfit erstellen sollte. Die Gewinnerin durfte tatsächlich die schöne, teure Chanel Tasche behalten!



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