Der 20. Post ist Sascha gewidmet, der mich mit seiner Frage: was ist das Faszinierende an Königshäusern erst zum Quatschen und dann zum Nachdenken brachte.
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| Dies ist kein Original Basquiat. |
Zum Glück bin ich im Fernsehen dann doch noch ganz gut rüber gekommen, was das Quatschen anging, Mein Aussehen hingegen glich wirklich einer Königinmutter - so schräg von unten, mit Doppelkinn, das ging gar nicht, aber ich bin sicher, es hat auch keiner um Mitternacht das RTL- Nachtjournal gesehen.
An diesem wahnsinnig heißen Tag hatte ich beim Friseur gesessen, als die Geschäftsführerin ankündigte, dass sich ein Team von RTL angekündigt habe, um die Kundinnen über den Nachwuchs im englischen Königshaus zu interviewen. Da Flucht zwecklos war, ergaben sich alle Kundinnen in ihr Schicksal, willigten ein mitzumachen und hofften still, dass der Kelch an ihnen vorüber ging.
Die Interviewfrage, was heutzutage immer noch das Faszinierende an Königshäusern ist, hat was Philosophisch-Rätselhaftes. Man quatscht im Interview drauf los und fragt sich nachher: wer hat da gesprochen und was hat sie sagt?
Nichtsdestotrotz blieb die Frage hängen und in der stillen Minute des Haareauswaschens war endlich Zeit darüber nachzudenken: Ich glaube das Faszinierende ist das Einzigartige: dabei geht es nicht um Royality, sondern um etwas Nicht-Kopierbares. Das Original macht den Unterschied! Heutzutage hat ja jeder Promi einen Doppelgänger - sicher auch Kate und William oder die Queen. Wenn die Doppelgänger Eltern werden oder in Münster ein Fahrrad um fällt, so ist das völlig belanglos. Wenn aber die englischen Thronfolger Nachwuchs bekommen, hat die Dynastie Zukunft. Das englische Königshaus rettet sich in die nächste Generation. Die Abstammunglinie der königlichen Familie ist nicht unterbrochen, das Original lebt weiter.
Eine ähnliche Frage beschäftigt mich seit Tagen: ist es in Ordnung, im Internet bei einem Versand, der mit Replika, also Fälschungen von Markenartikeln handelt, etwas zu kaufen?
Dass es illegal ist, steht außer Frage, aber soll man wirklich eine vierstellige Summe für ein Markenprodukt, z.B. eine Handtasche ausgeben, wenn man den "Nachbau" für einen Bruchteil des Geldes haben kann? Die Gespräche mit Freunden waren eindeutig, wenn auch die Gründe unterschiedlich waren. Alle meinten, ein Original sei erstrebenswert, das Material , die Verarbeitung, das gewisse Etwas im Design, die Freude, es zu besitzen und zu benutzen - all das waren ausschlaggebende Gründe für Originalwaren; schließlich auch die Idee, dass es total peinlich sein muss, mit einer Fälschung entdeckt zu werden. Und mal ganz ehrlich: wer denkt nicht bei jeder Louis Vuitton Tasche, die er sieht daran, dass die Trägerin dieses Schnäppchen bestimmt auf einem türkischen oder spanischen Markt erstanden hat. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass jeder Louis Vuitton Store nur zwei Artikel pro Käufer veräußert, um Exklusivität zu garantieren und den Markt nicht mit Louis Vuitton Produkten zu überschwemmen - sehr zum Leidwesen der Japanerinnen, die bei europäischen Shoppingtrips gewzwungen sind in verschiedenen Städten einzukaufen, um ihren Bedarf zu decken.

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