Samstag, 25. Mai 2013

Sechs Dinge oder weniger ...

Noch 278 Tage bis zum Ende des Projektes


Der elfte Post ist Ingeborg gewidmet, die mir in einem Telefonat von einen Zeitschriftenartikel erzählte und mir damit wieder neuen Schwung gab.


Meike Winnemuth ist Journalistin. Ich las vor zwei Jahren zum ersten Mal ganz bewußt ihre Berichte, in denen sie im Magazin der Süddeutschen Zeitung monatlich von unterschiedlichen Orten der Welt schrieb, an dem sie sich gerade aufhielt. Meike Winnemuth machte eine Weltreise und ermunterte ihre Leser, ihr für den nächsten Aufenthaltsort eine neue Aufgabe zu stellen. So mußte sie in Buenos Aires Tango tanzen lernen und in Sidney die beste Cocktailbar finden oder so ähnlich. Das war eine tolle Reihe von Reiseberichten, die ich ein ganzes Jahr mit großer Begeisterung verfolgte. Das Geld für diese Reise hatte sie bei "Wer wird Millionär" gewonnen und sie war im Fernsehen in einem Kleid aufgetreten, das sie ein ganzes Jahr lang getragen hatte.
Dies ist der Teil der Geschichte, der mich nach dem Telefonat mit Ingeborg am meisten interessierte: eine Frau -  ein Kleid - ein Jahr !

Der Gedanke, dass man seine persönliche Garderobe, von der man annimmt, dass sie nicht nur Schutz und Schmuck ist, sondern auch ein wesentlicher Teil des persönlichen Ausdrucks, sozusagen die soziale Identität des Trägers widerspiegelt, dass man diesen Teil seiner Persönlichkeit auf ein Minimunm reduziert und beobachtet, was in diesem Prozess passiert: was brauche ich und auf was kann ich verzichten? Was nehmen die anderen wahr und wie nehme ich mich selbst in der Reduzierung wahr? Wieviel Kleidung, wieviel Abwechslung, wieviel Konsum brauche ich, um mich wohl zu fühlen? Welche neuen Werte entstehen durch den Verzicht? (meine Lieblingsfrage)

Meike Winnemuth hat drei identische Kleider anfertigen lassen, die sie im Wechsel mit vielen unterschiedlichen Accessoires ein Jahr lang getragen hat. Täglich hat sie ein Foto in ihrem Outfit geschossen und es in ihrem Blog veröffentlicht. 


Über diesen Blog bin ich zu den "sixern" geführt worden. Das Projekt heißt: "6 Items or less". Die Teilnehmer versuchen einen Monat mit sechs Kleidungsstücken oder weniger auszukommen. Unterwäsche, Schuhe, Sportgarderobe, Überkleidung und Accessoires zählen nicht. Die Fragen dieses Projektes sind dieselben wie oben: wieviel Klamotten braucht der Mensch?





Für eine Woche habe ich mich enthusiastisch dieser Idee angeschlossen. Doch bei mir ist die Motivation eine andere, es ist quasi die Ausgangssituation für diesen Blog: mein Kleiderschrank ist klein, ich will keinen anderen, deshalb kann ich nur mit dem glücklich sein, was in diesen Schrank passt. 
Ich will all meine Sachen der Reihe nach tragen und zum Schluß entscheiden, auf was ich verzichten kann oder will. Ich will neue Kombinationen entdecken und das Gefühl der Fülle erleben. Ich will in dem Gefühl schwelgen, dass ich nichts Neues brauche und locker ein
Jahr ohne Shopping auskomme, trotzdem aber nicht immer das selbe anziehe.

Was ich mir für diese Woche ausgesucht habe, habe ich fotografiert. Ausnahmsweise sind es in dieser Woche sieben Teile (da fängt die Qual der Wahl schon an ...), da es im Mai noch so kalt ist, dass ich einen Wollpullover dazunehmen mußte. So ein Pullover ist für mich wichtig - heute morgen hätte es sich total komisch angefühlt, wenn ich im Blazer gefrühstückt oder Marmelade gekocht hätte.

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