Freitag, 12. April 2013

Wann ist genug wirklich genug?

Noch 321 Tage, bis zum Ende des Projektes




Der erste Blog ist Stephane gewidmet, ohne den ich niemals auf die Idee gekommen wäre, mir ein kleines schwarzes Jäckchen von Chanel zu wünschen.

Wann ist genug wirklich genug ....


..... wenn man mehr als genug besitzt? Wenn sich die Schublade der Kommode nicht mehr schließen läßt? Wenn man sich zufrieden umschaut und fest stellt, dass man jetzt aber auch wirklich gar nichts mehr braucht, weil man alles hat? Wenn man nicht mehr weiß, was man anziehen soll? 

In diesen Momenten sehne ich mich nach einer Uniform, die mir die Entscheidung der Auswahl abnimmt oder danach meine komplette Garderobe nur  in einer einzigen Farbe anzulegen. Trüge ich beispielsweise nur noch schwarz, passten T-Shirts, Röcke und Pullis immer zusammen,  dazu schwarze Schuhe - fertig! Aber sich ganz in schwarz zu kleiden ist so traurig. Sorry ihr Modemenschen und Künstler, aber so ganz ohne Farbe könnte ich nicht leben. Naturfarbenes wäre schön, sieht aber als Ganzes unfreiwillig komisch aus, als hätte man eine Farbstoffallergie und dürfte nur Ungefärbtes tragen - auch nicht gut. 

Die Lösung wäre eine absolut reduzierte Garderobe, mit wenigen, entscheidenden Stücken, die zu allem passen.
Karl Lagerfeld sieht in der Kombination von weißem T-Shirt, Jeans, kleinem schwarzen Jäckchen den Allrounder, der es mit jeder Situation aufnehmen kann, aber kann ich es mit Chanel aufnehmen? Für dieses Traumstück darf ich ein Jahr lang nicht shoppen gehen. Woher ich das weiß? Seit Jahren notiere ich mir auf heimlichen Listen meine Ausgaben für Klamotten aller Art. Eine einfache Addition dieser Ausgaben innerhalb eines Jahres entspricht dem Gegenwert eines Chaneljäckchens.

Aber kann ich das wirklich? Ein ganzes Jahr lang nicht shoppen gehen? Dabei gehört shoppen am Wochenende zu meinen Lieblingsbeschäftigungen und ich bringe fast jedes Mal etwas Schönes mit nach Hause: ein neues Shirt, in einer Farbe, von der ich nicht wußte, dass ich sie brauche. Ein paar Schuhe, die ich wirklich zu ALLEM tragen kann, ein neues Tuch, denn Tücher sind definitiv, das Accessoire, mit dem man jedem Outfit ein neues Aussehen geben kann - auch der Jacke vom vorherigen Jahr. 
Außer Hüten und Pelzen ist so ziemlich gar nichts vor mir sicher und so besitze ich einen Kleiderschrank voller Sachen, mit einer Schublade im unteren Teil, die sich nicht mehr schließen läßt.


Mein Projekt besteht darin, dass ich bis zum 27. Februar 2014 nicht mehr shoppen gehe.


Erlaubt sind Kosmetikkäufe (da bin ich recht bescheiden) und natürlich Friseurbesuche. 
Tabu sind Klamottenkäufe und Schmuck. Über den Ersatz von Strümpfen und Unterwäsche werde ich bei Gelegenheit nachdenken - erstmal bin ich ausgerüstet.
Mein letzter Einkauf vor der Depression war eine Sonnenbrille, leider nicht mit rosaroten Gläsern, sondern mit graugrünen, was den Anblick der Welt an sonnigen Tagen etwas eintrübt. Ich werde mich an sie gewöhnen müssen. Das Teil sieht mega-cool aus und ich brauche sie dringend, wenn ich am Wochenende in der Stadt einen Milchkaffee trinke und darüber nachdenke, was ich alles nicht kaufen werde.

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