Noch 305 Tage bis zum Ende des Projektes
Der siebte Post ist der japanischen Hofdame gewidmet, die in ihrem "Kopfkissenbuch" viele Listen erstellte. Eine davon war die "Liste der Dinge, die das Herz höher schlagen lassen" - die Benin Fotos von Watson gehören zu meiner Liste der Dinge, die das Herz höher schlagen lassen.
14 Tage lang reiste der Starfotograf Albert Watson im Dezember 2011 im Auftrag der Initiative "Cotton made in Africa" durch Benin. Die Fotos dieser Reise sind vom 28. April bis zum 28. Juli 2013 im Rautenstrauch-Joest Museum in Köln zu sehen.
Wenn ich auch im letzten Post gegen die Kampagne "Cotton made in Africa" Stellung genommen habe, weil sie stolz darauf ist, den angeschlossenen Baumwollbauern ein Einkommen von 1,50 Euro pro Tag zu garantieren, um eine siebenköpfige Familie zu ernähren, wenn ich "Fair Trade" sinnvoller finde als CmiA, dann ist das ein gesellschaftspolitischer Standpunkt, der nicht, aber auch gar nicht die grandiosen Bildern von Albert Watson in Frage stellen will.
Watson, 1942 in Schottland geboren, auf einem Auge blind, studierte Graphik und Film in Großbritannien, bevor er 1966 nach Amerika ging, um dort ein weltberühmter Fotograf zu werden.
Werbefilme, Titelbilder für Hochglanzmagazine und Filmplakate waren sein Genre, Mick Jagger, Naomi Campbell und Alfred Hitchcock - nur einige seiner Modells.
Die Reise nach Benin unternahm Watson 2011 im Auftrag von CmiA. Der Auftraggeber wünschte sich Fotos auf Augenhöhe von afrikanischen Kleinbauern, ihrer Arbeit und ihren Produkten. Was er bekam, waren Farbfotos, auf denen jede Person aussieht, wie ein afrikanisches Modell oder eine afrikanische Prinzessin. Die Menschen auf diesen Fotos sind so schön und gleichzeitig nicht von dieser Welt. Schwer vorstellbar, dass auch sie nur von 1,50 Euro pro Tag oder weniger, leben. Anmutig und würdevoll, cool und zeitlos, stylish und selbstbewußt strahlen sie eine Schönheit aus, der sich der Betrachter nicht entziehen kann. Die inszenierten Fotos von Watson sind vielleicht nicht das, was sich der Auftraggeber wünschte. Sie sind mehr, sie sind überirdisch.

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