Donnerstag, 18. April 2013

Geliebtes Smartphone

Noch 315 Tage bis zum Ende des Projektes




Der vierte Post ist Astrid gewidmet, die mich darauf aufmerksam gemacht hat, dass es nicht "Blog" heißt, wenn ich neue Einträge mache, sondern "Post".



So Achtziger ....

 

So Achtziger ....


Obwohl ich es zu verbergen versuche, hat es bestimmt  jeder schon gemerkt: ich bin ein Greenhorn in Sachen Internet, nicht besonders standfest, noch grün hinter den Ohren und habe noch viel zu lernen. Als echtes Greenhorn habe ich aber auch das Staunen noch nicht verlernt und freue mich jedes Mal riesig, wenn ich die Welt der Bits und Bites ein bißchen besser nutzen kann.

Seit vier Wochen bin ich stolze Besitzerin eines Smartphones. Ich habe es angeschafft, damit ich unterwegs meine Emails lesen kann. Jetzt schreibe ich SMS, hatte einige Wochen Spaß an Mode Apps (die ja jetzt gelöscht sind), mache Photos und trage meine Termine in den elektronischen Kalender ein.Wenn ich meine Tasche packe, ist das Smartphone dabei und ich habe das Gefühl, alles Wichtige mitzunehmen. Die Brieftasche mit diversen Karten bleibt zu hause, weil sie zu viel Platz wegnimmt. Leider hat mir dadurch auch heute meine Versicherungskarte gefehlt und mein Arztbesuch war völlig umsonst.

Auf dem langen Weg zu diesem Termin habe ich die ganze Zeit Musik gehört und war in meiner eigenen Welt: Jack Johnson, George Harrison und Sting begleiteten mich und ich war eine von vielen Bahnreisenden, die alle mit einem Ohrstecker unterwegs, durch musikalische Mauern voneinander getrennt waren.

Als ich Anfang der achtziger Jahre regelmäßig in eine andere Stadt gefahren bin, kam der Walkman auf, dieser unentbehrliche kleine Kassettenrecorder, mit dem man unterwegs über Kopfhörer Musik hören konnte. Während man in den zurück liegenden Jahrzehnten noch mit seinen Mitreisenden  manchmal mehr, manchmal weniger angeregt plauderte, grenzten wir uns in den achtziger Jahren mit unseren Kopfhörern ab und es entstand eine Stille, die besonders von alten Reisenden als bedauerlich empfunden wurde. 

Unverbindliche Gespräche zwischen zwei Orten wurden weniger, bis sie in der Gegenwart gar nicht mehr statt finden. Die Strukturen der Kommunikation ändern sich: der persönliche Austausch mit einem Gegenüber ist der indirekten Kommunikation mit einem Medium gewichen. Ich weiß nicht, wie meine Nachbarin auf der anderen Straßenseite heißt und obwohl ich seit fast 15 Jahren dort wohne grüßt sie mich auch nicht, aber ich kann Euch erreichen und Ihr mich - und das ist nicht "so Achtziger ...", sondern modern.

Der Spruch "so Achtziger ..." ist übrigens die Reaktion von J.auf meine Bemerkung, dass ich mir die Posts ausgedruckt habe, damit nichts verloren geht. "Heute", so sagt er, "speichert man die Dateien extra ab".

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